Verantwortungsvolles Spielen
Wer diese Regeln nicht beachtet, setzt sich dem Risiko aus, die Kontrolle über das eigene Spielverhalten zu verlieren – mit möglichen Folgen für Finanzen, Beziehungen und Gesundheit. Glücksspiel lässt sich nur dann dauerhaft als Unterhaltung geniessen, wenn es von Anfang an mit klaren Grenzen betrieben wird.
Geltungsbereich und Zweck
Diese Hinweise richten sich an alle Besucherinnen und Besucher dieser Website, die Glücksspielangebote nutzen oder sich über deren Risiken informieren möchten. Sie gelten unabhängig davon, ob jemand nur gelegentlich spielt oder regelmässig Angebote nutzt. Die nachfolgenden Abschnitte beschreiben, was verantwortungsvolles Spielen ausmacht, welche Schutzmassnahmen zur Verfügung stehen und wo Betroffene sowie ihr Umfeld Unterstützung finden.
Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keine individuelle Beratung durch Fachpersonen. Sie dienen als erste Orientierung und sollen dabei helfen, eigene Grenzen zu erkennen und zu wahren.
Grundsätze für den Alltag
Spielen lässt sich nur dann als Freizeitbeschäftigung einordnen, wenn bestimmte Grundregeln eingehalten werden. Diese Regeln sind bewusst einfach gehalten und lassen sich im Alltag ohne grossen Aufwand umsetzen. Wer sie befolgt, schützt sich vor den häufigsten Fehlern, die zu problematischem Spielverhalten führen.
- Verwenden Sie ausschliesslich Geld, das frei verfügbar ist und nicht für laufende Verpflichtungen benötigt wird.
- Legen Sie vor Beginn einer Spielsitzung ein festes Budget fest, das Sie nicht überschreiten.
- Versuchen Sie niemals, verlorenes Geld sofort zurückzugewinnen – solche Versuche führen in der Regel zu weiteren Verlusten.
- Machen Sie regelmässig Pausen, um Abstand zum Spielgeschehen zu gewinnen.
- Bestimmen Sie im Voraus, wie lange eine Sitzung dauern darf, und halten Sie sich daran.
- Akzeptieren Sie Verluste als normalen Bestandteil des Spiels, denn Gewinne sind nie garantiert.
Diese Grundsätze wirken nur, wenn sie konsequent angewendet werden. Wer bereits vor dem Spiel weiss, wo die eigenen Grenzen liegen, muss in der Hitze des Moments keine schweren Entscheidungen mehr treffen.
Risikosituationen erkennen
Bestimmte Umstände erhöhen das Risiko, die Kontrolle über das eigene Spielverhalten zu verlieren. Wer müde, emotional aufgewühlt oder unter dem Einfluss von Alkohol spielt, urteilt anders als in einem ausgeglichenen Zustand. In solchen Situationen fällt es schwerer, gesetzte Limits einzuhalten und rationale Entscheidungen zu treffen.
Wer sich in einem solchen Zustand befindet, sollte auf das Spielen verzichten oder die Sitzung verschieben. Auch wer angespannt ist oder Ärger abbauen möchte, findet im Glücksspiel keinen geeigneten Ausgleich. Eine ruhige und ausgeglichene Verfassung ist die Voraussetzung dafür, die eigenen Regeln tatsächlich einhalten zu können.
Warnzeichen
Bestimmte Verhaltensmuster können darauf hindeuten, dass das Spielen nicht mehr unter Kontrolle ist. Diese Zeichen treten nicht immer gleichzeitig auf, und ein einzelnes Vorkommnis bedeutet nicht zwingend ein Problem. Erst wenn solche Muster wiederholt auftreten, ist Vorsicht geboten.
- Frustration nach Verlusten mit dem Drang, sofort weiterzumachen
- heimliches Spielen, etwa das Verstecken von Spielaktivitäten vor dem Umfeld
- deutlich mehr Zeit auf Glücksspielseiten oder in Spielangeboten als ursprünglich geplant
- wiederholte Überschreitung selbst gesetzter Limits bei Zeit oder Geld
- Belastung von Arbeit, Studium oder Familienleben durch das Spielen
- Geldleihe oder Verschiebung von Rechnungen wegen Spielausgaben
Wer bei sich selbst oder anderen mehrere dieser Muster beobachtet, sollte die Situation ernst nehmen. Eine Beratung oder eine formelle Sperre kann in diesem Fall eine sinnvolle nächste Massnahme sein, bevor sich die Schwierigkeiten weiter verstärken.
Schutzmassnahmen nutzen
Für Personen, die merken, dass ihnen das Einhalten eigener Grenzen schwerfällt, stehen zusätzliche Schutzmassnahmen zur Verfügung. Diese Werkzeuge sind darauf ausgelegt, die Kontrolle zu erleichtern, indem sie Entscheidungen im Voraus festlegen und später nicht mehr von der aktuellen Stimmung abhängig machen.
Einzahlungslimits
Ein Einzahlungslimit legt fest, wie viel Geld innerhalb eines bestimmten Zeitraums auf ein Spielkonto eingezahlt werden kann. Damit lässt sich der finanzielle Einsatz unabhängig vom Verlauf einzelner Sitzungen begrenzen. Das Limit wirkt präventiv, weil es verhindert, dass in einer emotionalen Situation kurzfristig hohe Beträge nachgeschoben werden.
Verlustlimits
Ein Verlustlimit begrenzt die Summe, die innerhalb eines Zeitraums verloren gehen darf. Sobald diese Grenze erreicht ist, wird das weitere Spielen für den betreffenden Zeitraum unterbunden. Ein solches Limit schützt vor der Versuchung, Verluste durch immer höhere Einsätze ausgleichen zu wollen.
Zeitlimits und Spielpausen
Zeitlimits begrenzen die Dauer einer Spielsitzung oder die gesamte Spielzeit innerhalb eines Zeitraums. Auch eine bewusste Spielpause, bei der das Spielen für eine gewisse Zeit vollständig unterbrochen wird, kann hilfreich sein. Eine solche Unterbrechung schafft Abstand und erlaubt es, das eigene Spielverhalten aus einer neutralen Perspektive zu beurteilen.
Formelle Sperren
Wenn die Kontrolle nicht mehr zuverlässig gelingt, bleibt die Möglichkeit einer formellen Sperre. Eine solche Sperre verhindert den Zugang zu Spielangeboten für einen bestimmten Zeitraum. Sie ist eine ernsthafte Massnahme, die dann sinnvoll ist, wenn andere Schutzmechanismen nicht mehr ausreichen.
Wichtig zu verstehen: Eine Sperre löst die zugrundeliegenden Schwierigkeiten nicht von selbst. Sie schafft jedoch einen geschützten Raum, in dem man sich ohne den Druck des Spielens mit den eigenen Mustern auseinandersetzen kann. Was eine Sperre nicht bewirkt, ist die Rückabwicklung bereits getätigter Einzahlungen oder die sofortige Behebung finanzieller Probleme, die durch das Spielen entstanden sind.
Selbstausschluss in der Praxis
Selbstausschluss bedeutet, dass man sich für einen bestimmten Zeitraum von allen Spielangeboten ausschliesst. Diese Massnahme ist verbindlich und kann nicht kurzfristig aufgehoben werden, gerade dann nicht, wenn der Drang zum Weiterspielen besonders stark ist. Der Ausschluss wirkt damit genau in den Momenten, in denen die Selbstkontrolle am schwächsten ist.
Vor der Beantragung eines Selbstausschlusses sollte man sich über die konkreten Bedingungen informieren, etwa über die Dauer der Sperre und die Schritte, die für eine Aufhebung nötig wären. Es ist ratsam, den Ausschluss nicht als Strafe zu betrachten, sondern als Schutzmassnahme, die man für sich selbst einrichtet.
Hilfe für Angehörige
Wer bemerkt, dass ein Familienmitglied oder eine Freundin beziehungsweise ein Freund Probleme mit dem Glücksspiel hat, steht oft vor der Frage, wie reagiert werden soll. Ein offenes Gespräch, das ohne Vorwürfe geführt wird, ist meist der erste sinnvolle Schritt. Dabei geht es nicht darum, die betroffene Person zu verurteilen, sondern darum, die eigenen Beobachtungen mitzuteilen und Unterstützung anzubieten.
Angehörige können Informationen über Beratungsangebote und Schutzmassnahmen zusammentragen und der betroffenen Person zugänglich machen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass sich Angehörige selbst über die Möglichkeiten informieren, denn auch sie sind von den Folgen des Spielens mitbetroffen. Wer sich überfordert fühlt, kann sich an eine Fachstelle wenden und dort auch ohne die betroffene Person Rat einholen.
Jugendschutz
Der Schutz Minderjähriger hat besonderes Gewicht. Minderjährige sollten weder direkten Zugang zu Spielkonten haben noch über Erwachsene an Glücksspielen teilnehmen können. Erwachsene tragen hier eine klare Verantwortung: Sie dürfen Jugendliche nicht an Spielaktivitäten beteiligen und sollten dafür sorgen, dass Spielkonten und Zugangsdaten für Minderjährige unerreichbar bleiben.
Jugendschutz bedeutet aber auch, offen über die Risiken des Glücksspiels zu sprechen. Jugendliche, die früh verstehen, dass Gewinne nicht garantiert sind und dass Glücksspiel kein Weg ist, um Geld zu verdienen, sind später besser in der Lage, eigene Grenzen zu setzen.
Hilfe und Information in der Schweiz
In der Schweiz stehen fachliche und offizielle Stellen zur Verfügung, wenn Unterstützung oder weiterführende Informationen benötigt werden. Diese Angebote richten sich sowohl an betroffene Spielerinnen und Spieler als auch an deren Umfeld.
ESBK: Sozialschutz erklärt Schutzmassnahmen im regulierten Schweizer Spielbereich. Die Informationen richten sich an alle, die sich über die bestehenden Schutzmechanismen einen Überblick verschaffen möchten.
SOS Spielsucht – Was tun bei Spielsucht? bietet Orientierung für Betroffene und ihr Umfeld. Das Angebot zeigt auf, welche ersten Schritte sinnvoll sind, wenn sich der Verdacht auf ein problematisches Spielverhalten erhärtet.
ESBK: Spielsperre informiert über Sperren und deren Bedeutung im Schweizer System. Die Seite erläutert, wie eine Sperre beantragt wird und welche Wirkung sie entfaltet.
Bei akuten Schwierigkeiten kann es sinnvoll sein, zunächst eine Pause einzulegen und sich anschliessend an eine geeignete Fachstelle oder ein offizielles Informationsangebot in der Schweiz zu wenden. Diese Hinweise ersetzen keine persönliche Beratung, können aber den ersten Schritt erleichtern.